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Übers „Was zum Naschen“

Vorfreude ist auch Freude und eine hervorragende Motivation.

Man sagt zwar, dass man Kinder nicht ohne Süßes erziehen kann, aber das bedeutet ja nicht, dass sie jeden Tag eine Süßigkeit brauchen. Sie halten auch schon mal ein, zwei Tage mit der Vorfreude auf etwas Süßes aus.

Wir versuchen den Zucker in unserem Leben zu reduzieren, aber trotzdem gut zu leben, ohne Verboten und das Gefühl des Verzichts. Daher versuchen wir mit einem Nachtisch pro Woche auszukommen. Mit Nachtisch meine ich aber durchaus was Handfestes, wie Torte, Kuchen oder eine ganze Auflaufform Pudding. Gegessen wird es auch zwei bis drei Tagen, je nach Haltbarkeit, mit den ein bis zwei Tagen Vorbereitungszeit kommen wir also eine ganze Woche aus.

Wichtig ist hier sich die einzelnen Schritte bewusst zu machen und sie auch sehr bewusst und genießend zu gehen.

Planung

Am Montag setzen wir uns hin und suchen das Rezept, wir schauen Anleitungen, reden über Zutaten und die Nährwerte. Überlegen uns was wohl wie schmeckt und wieso uns welches Rezept gefällt. Dabei werden viele Gelüste entweder ausgetrieben, weil einem bewusst wird, wie ungesund und damit unangenehm gewisse Dinge sind, oder sie werden durch reine Vorfreude befriedigt. Hierzu empfehle ich dieses kleine Filmchen von Eckstein & Krawinkel 🙂

Am Dienstag gehen wir dann einkaufen, auch im Supermarkt können Gelüste bewusst behandelt werden. Es bringt nichts die Kinder möglichst schnell am Süßigkeitenregal vorbei zu schieben, weil die Dinge in unserer Vorstellung immer besser Schmecken als in der Wirklichkeit. Die Vorstellung Essen könnte ein bestimmtes Gefühl auslösen oder ein Verlagen stillen ist eben nur dies, eine Vorstellung – und entsprechend können wir sie umlenken. Meine Kinder sind durch zahlreiche Dokumentationen „allergisch“ auf Palmfett, sie Zutatenlisten lesen zu lassen sortiert ganz automatisch 80% aller Produkte aus. Unter den Verbliebenen stellt man nun die Frage: Wieso glaubst du ist das so lecker? Und gibt es etwas, das aus dem selben Grund lecker ist, aber nicht zu 90% aus Zucker besteht? Wenn man dann auch noch die Frage nach der Verpackung stellt, geht man sehr schnell mit Mehl, Honig, Eiern und glücklichen Kindern aus dem Laden. Dich Mechanik dahinter ist Vorfreude auf das selbstgemachte, das nicht nur richtig lecker sein wild, sondern auch gut für uns und die Umwelt. Außerdem reichen die Reize der Süßigkeitenabteilung wie Geruch, Farbenpracht, Geräusche der Verpackung aus, um viele Gelüste zu befriedigen, wir müssen uns nur die Zeit nehmen uns diesen im Laden ausreichend lange auszusetzen, um kein Bedürfnis mehr zu haben etwas mitzunehmen.

Das Backen oder Zubereiten selbst ist dann ja schon naschen. Hier probieren, da eine Nuss mopsen, da etwas auslecken. Wenn der Nachtisch fertig ist, sind die Kinder schon satt und wollen meistens gar nicht mehr.

Aufbewahrung

Kuchen gehören nicht in Plastik weil sie dann schimmeln und nicht in den Kühlschrank weil sie Geschmack und Geruch der anderen Dinge im Kühlschrank annehmen. Früher gab es die Anrichte, Schränke in denen Essen und Geschirr aufbewahrt wurde. Wenn man den Kuchen in den Geschirrschrank stellt, einfach auf den obersten Teller, riecht der Schrank bei jedem öffnen und macht uns glücklich, ohne eine einzige Kalorie. Außerdem hält sich der Kuchen dort gut, weil er mit seiner Feuchtigkeit ein individuelles Mikroklima schafft.

Kekse gehören in Blechdosen, am besten in viele kleine, damit man die Herausforderung eine noch halbvolle Keksdose zurückstellen zu müssen umgeht. Es ist nämlich nicht schlimm schwach zu sein, es ist nur dumm dies zu leugnen 😉

Pudding, Creme, Torte, also Dinge die dann doch lieber in den Kühlschrank müssen können in Kochtöpfen mit Decken zubereitet werden, oder mit solchen überdeckt werden. Jeder Minimalist braucht einen großen Kochtopf für Eintöpfe und spart sich damit die Tortenglocke.

Kuchen und Muffins können sehr gut eingefroren werden. Enthalten sie jedoch Ei sollte man sich nicht unbedingt ein Jahr lang aufbewahren und nach dem Auftauen schnell verzehren. Das Auftauen von Gebäck geht übrigens enorm schnell. Ein Tiefgekühlter Muffin ist in knapp 30 Minuten fertig zum essen. Hier fehlt mir jedoch noch eine gute Alternative zu Zippbeuteln. Wenn man aber Kuchen drauf schreibt und die Beutel nach dem benutzen auswischt kann man sie fast beliebig oft benutzen.

Fazit

Auch beim Naschen gilt, je bewusster man es tut desto effektiver wird es. Es ist nicht nötig leidvoll zu verzichten, wenn man sich über die eigenen Bedürfnisse und Gelüste bewusst wird, kann man sie individuell befriedigen und trotzdem Idealen in der Ernährung und im Konsum folgen.

 

Autor:

Ich bin Jahrgang 81, Vollblutgermanistin, Frau, Mutter, Tochter, Weltverbesserin. Irgendwie schräg und laut und doch total schüchtern und introvertiert.

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