Veröffentlicht in Soziales

Spielplatzpatenschaft und -fest

Als ich vor ein paar Jahren erstmals von Spielplatzpatenschaften hörte, fand ich die Idee gut: Nachbarn, die sich um „ihre“ Spielplätze kümmern, die Stadt überreden, neue Spielgeräte aufzubauen und regelmäßig Spielplatzfeste organisieren, zu denen der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) mit ihrem Spielmobil vorbeikommt. Aber natürlich fand sich dazu keine Zeit – so, wie zwischen stressigem Job und unartigen Kindern irgendwie grundsätzlich zu nichts Zeit ist.

Als mich vor ein paar Monaten dann jedoch die Erkenntnis traf, dass die Kinder mittlerweile auch mal alleine ins Bett gehen konnten, zwischendurch auch schonmal selbständig spielten und der neue Job bei weitem nicht so belastend und stressig war wie der vorherige, war die Zeit gekommen: Jetzt oder nie!

Was ist das überhaupt, diese Spielplatzpatenschaft?

Die Stadt Essen organisiert die Spielplatzpatenschaft über den DKSB. Knapp 400 Paten schauen auf ungefähr der Hälfte der 440 öffentlichen Spielplätzen nach dem Rechten, melden etwaige Schäden an den Spielgeräten, sind allgemeine Ansprechpartner. Paten sollen mindestens ein Spielplatzfest im Jahr organisieren, für das sie ein Spielmobil buchen können, d.h. Ehrenamtliche des DKSB kommen mit Hüpfburg, Kinderschminke und diversem Spielmaterial vorbei. Darüber hinaus finden sich sicherlich noch Freiwillige, die die jungen und alten Gäste des Festes mit Kuchen, Waffeln oder Gegrilltem beglücken. Außerdem hat die Stadt Essen noch einen Fördertopf namens „Besser spielen“, bei dem sich die Spielplatzpaten jährlich um eine Summe von bis zu 2.550€ bewerben können, um neue Spielgeräte auf ihrem Spielplatz zu errichten.

Letztendlich tut die Stadt also gar nicht mal wenig, um Anwohnern eines Spielplatzes zu helfen, eine florierende Gemeinschaft aufzubauen.

Tja, und was mache ich dabei nun?

Zuerst einmal stellte ich fest, dass mein auserkorener Spielplatz bereits unter den Fittichen einer Spielplatzpatin war, die seit mehreren Jahren jeden Morgen mit Mülltüte und Greifzange über den Platz geht, um den Abfall aufzusammeln, der leider so anfällt. Das erklärte schnell, warum mir der Spielplatz bisher auffällig sauber erschien… Nun teilen wir uns die Arbeit, und ich verzweifele regelmäßig an Unmengen von Zigarettenstummeln, Taschentüchern, Süßigkeitenverpackungen und – je nach Wetter – Überbleibseln diverser Grillgelage.

Als nächstes buchte ich das Spielmobil für den Sommer. Das alleine reicht ja eigentlich schon für ein bescheidenes Spielplatzfest aus, so dass ich ohne Druck schauen konnte, welche Ausbaustufen noch realistisch möglich sind. Und siehe da: Die ersten Freiwilligen, die das Grillen übernehmen wollten, ließen sich völlig problemfrei finden. Wir selber werden mit der Familie Kuchen backen, oder – falls wir das Problem des Stromanschlusses gelöst kriegen – Waffeln backen.  Was will man mehr?

Der nächste Punkt, der mir am Herzen lag, war die Sichtbarmachung des Spielplatzes im Internet, und so war schnell ein Blog aufgesetzt: www.siepentalessen.de: Ein paar Fotos, ein paar Sätze Text – fertig ist die Internetpräsenz, die sicherlich noch ein wenig ausgebaut werden wird. Als nächstes werde ich all die Spielplatz-Webseiten (z.B. www.spielplatznet.de) mit Informationen und Fotos versehen.

Mein erstes größeres Ziel ist jedoch das Sammeln von 1.300€. Soviel kostet bei der Stadt der Standard-Spielplatz-Geräteschuppen. Diese sind im Laufe der Zeit auf diversen anderen Spielplätzen aufgetaucht und bieten abschließbaren Platz für Sandspielzeug, Dreiräder, Stelzen und Straßenkreide. Wir Paten und Familien, die den Spielplatz regelmäßig besuchen, bekämen einen Schlüssel und würden immer bei Gelegenheit aufsperren. Praktischerweise könnte man darin natürlich auch die Müllbeutel und Greifzangen für die Abfallsammelei aufbewahren…

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