Veröffentlicht in Ernährung

Joghurt selber machen

Naturjoghurt ist extrem gesund, fördert die Verdauung und die Abwehrkräfte und ist einfach lecker. Doch egal in welcher Packungsgröße man ihn kauft, will man jeden Tag eine Portion essen so produziert man Unmengen an Müll oder Aufwand. Ja, Mehrweggläser bei Jogurt sind toll, aber im stressigen Familienalltag das Zeug regelmäßig zu holen, zu spülen und wieder weg zu bringen, ist echt viel verlangt. Über die Alternative sprechen wir nicht, die ist ökologischer Selbstmord.

Doch Joghurt selber machen ist extrem simpel, Anleitungen dazu gibt es zahlreich im Internet, hier beschriebe ich mein Vorgehen und meine Erfahrungen.

Der Joghurtbereiter

Wir haben uns das unheimlich günstig zu habende Modell JG 3519 von Severin geholt und weitere 8 Gläser, so dass wir mit insgesamt 22 Gläsern unterwegs sind, das ist bei sechs Personen etwas wenig, daher werden wir wohl noch ein Set Gläser bestellen, oder ich schenke meiner Mutter einen ganzen Bereiter und klaue ihr Gläser 🙂
Der Bereiter muss nichts können, außer die 38° C halten. Lassen Sie sich nicht von Timerfunktionen zum kauf teurerer Geräte verleiten. Dem Joghurt ist es piep egal ob er 12 oder 24 Stunden warm steht, doch danach muss er in die Kühlung um gut zu werden, das automatische Abschalten ist also eher ein Nachteil.

Der richtige Ansatz zu Start

20180118_224730.jpgAngeblich kann man Joghurt von jedem Naturjoghurt ziehen, so einfach ist das dann aber doch nicht. Wir mussten ziemlich lange rumprobieren, bis wir einen Joghurt hatten der von der Konsistenz und vom Geschmack her auch mehrere Generationen durchhielt. Gerade bei den fetten Joghurts mit 10% wurde der Joghurt schnell zu flüssig, bestimmte Marken entwickelten einen Nebengeschmack oder wurden sauer. Unser Favorit ist der Vollmilchjoghurt von Penny. Den gibt es im vierer Pack á 150g das reicht als Ansatz für zwei Ladungen Joghurt.

Und so gehts

Die Gläser spülen und gründlich trocknen, vor allem die Deckel immer auch per Hand nachspülen, weil sich in der Spülmaschine darin oft Wasser ablagert und das Salz der Maschine und das Reinigungsmittel den Joghurt verderben können, wenn der Joghurt im Bereiter zu schwitzen beginnt und das Kondenswasser vom Deckel wieder in den Joghurt tropft.

Für den Ansatz nehme ich 300g Joghurt, vor dem Verteilen den Joghurt umrühren. Dann  sind das zwei bis drei gehäufte Teelöffel pro Glas, einfach gleichmäßig verteilen. Dabei darauf achten, dass man nicht am Schraubrand kleckert. Wenn doch was hängen bleibt mit einem sauberen Tuch wegwischen, kein Körperfett von den Fingern oder gar Speichel in die Gläser kommen lassen. Dann den Joghurt mit einem knappen Liter H-Milch aufgießen, bis zur Biegung des Glases, so dass nur der Schraubrand frei bleibt. Keine fettarme Milch benutzen, 3,5% muss die schon haben, da es H-Milch ist muss man sie nicht noch mal abkochen und für den Prozess reicht Raumtemperatur aus.

Dann den Joghurtansatz mit der Milch verrühren, bis kein fester Joghurt mehr am Löffel festhängt. Mag sein, dass ich es mir nur einbilde, aber ich habe das Gefühl der Joghurt wird besser wenn man kontinuierlich in eine Richtung rührt und wenig Blasen auf der Oberfläche entstehen.

Nun nur noch Deckel drauf und in den Brutkasten. Mit der Zeitskalla auf dem Deckel kann man die Startzeit einstellen, damit man weiß wann der Joghurt raus muss.

Ich mache den Joghurt im 24 Stunden Rythmus, 12 Stunden brüten, 12 Stunden Kühlschrank, dann ist er fertig.

Weiterzüchten

Eine Ladung sind sieben Gläser mit je 150g, also einer Portion. Die Gläser halten nicht völlig dicht, daher sollte man sie in Zippbeuteln transportieren, aber ansonsten sind sie sehr stabil und überleben normalen Transport sehr gut. Für die nächste Ladung braucht man wieder 300g, also zwei Gläser Joghurt immer zurückbehalten und die nächste Runde mit eigenem Joghurt als Ansatz starten.

Immer mit sieben sauberen Gläsern starten, nicht auf die Idee kommen, dass man in den zwei die man vermehrt einfach einen Rest lassen könnte und mit Milch auffüllen. Sauberkeit ist allgemein unheimlich wichtig bei der ganzen Sache, immerhin züchten wir hier Bakterien, da müssen wir sicherstellen, dass es nur die erwünschten Bakterien sind.

Was kann wieso schief gehen und was nicht

  • Erschütterungen vermeiden
    So ein Joghurt kann einiges ab haben, aber wenn sie aus versehen gegen das Regal stoßen, auf dem der Joghurtbereiter steht können sie davon ausgehen, dass der Joghurt sauer wird und sich trennt. Leichte Vibrationen wie durch einen vorbeifahrenden LKW sind jedoch kein Problem
  • Sauberkeit ist das A und O
    Joghurtspritzer außerhalb der Milch, am Deckel oder Rand können im Joghurtbereiter sauer werden und den Geschmack oder die Konsistenz des Joghurts verändern. Mit den Fingern, durch den Atem oder durch Speichel kommen verschiedene Keime und Bakterien in den Joghurt und können diesen genauso verderben wie Reste von Spülmittel.
  • Auf die Stunde mehr oder weniger kommt es nicht an
    Der Joghurt braucht eine Mindestzeit von 8 bis 10 Stunden um sich weit genug zu vermehren, aber sobald die ganze Milch umgewandelt ist passiert da nicht mehr viel. Wir vergessen unseren Joghurt regelmäßig, einmal sogar über Nacht. Auch nach über 20 Stunden war das Ergebnis genauso wie bei den üblichen 12. Man muss sich also nicht stressen.
  • Die Kühlzeit ist genauso wichtig wie die Warmzeit
    Wenn man den Joghurt erst um Mitternacht in den Kühlschrank stellt wird man ihn nicht um sechs zum Frühstück essen können, zumindest nicht in voller Qualität. Der Joghurt braucht nicht nur seine 10 Stunden in der Wärme er braucht auch 8 bis 10 Stunden im Kühlschrank um fest zu werden, vorher ist er noch sehr flüssig.

Varianten und Geschmacksrichtungen

Wir ernähren uns ja Zuckerreduziert, daher essen wir den Joghurt in der Regel pur oder mit einem TL Honig. Auch gut kommt selbstgemachten Vanillezucker, ein EL Apfelmus, Schokostreusel, gehackte Nüsse, Ahornsirup oder ein TL Marmelade. Man kann auch jede Art von pürierten Früchten unter den Joghurt mischen, angeblich bereits direkt nach dem rausholen aus dem Bereiter, aber das haben wir noch nicht ausprobiert, wie gesagt essen wir den meistens pur oder als Dressing. Aber es gibt unzählige Rezepte und den Ideen sind keine Grenzen gesetzt, da findet jeder seinen Favoriten.

Ich wünsche viel Erfolg und Vergnügen bei der eigenen Joghurtproduktion und vor allem Guten Appetit!

Autor:

Ich bin Jahrgang 81, Vollblutgermanistin, Frau, Mutter, Tochter, Weltverbesserin. Irgendwie schräg und laut und doch total schüchtern und introvertiert.

Ein Kommentar zu „Joghurt selber machen

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