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Probleme gemeinsam angehen

In einer Zwischenwand sind Risse aufgetreten, eigentlich im ganzen Treppenhaus, so als wäre ein Stück des Hauses um wenige Millimeter zur Seite gerutscht.

Wir hatten bereits Gutachter im Haus, die sagen, dass die Risse nicht schlimm wären. Auch in Handwerkerforen geht es in der Regel nur darum wie man diese optisch wieder beseitigt. Aber mich wurmen die Ursachen und vor allem weil ich nicht wie ich weiter damit verfahren soll.

Neulich habe ich ein Stückchen Fußleiste repariert und dabei gefühlt eine halbe Stunde an der Wand geschnüffelt weil ich das Gefühl hatte es würde nach Moder riechen. Aber ich war alleine im Haus, ich hatte niemanden den ich nach einer zweiten Meinung fragen konnte und als die Kinder samt meinem Mann zurück waren war so ein Trubel, dass sich wieder keiner richtig mit dem Problem befassen konnte.

Unterhaltungen mit meinem Mann kann ich in der Regel nur führen, während meine Kinder da sind. Sie sind einfach noch zu klein um „in ihr Zimmer zu gehen“ und eigentlich sollen sie das auch nicht, weil ich will ja die wenigen Stunden am Tag die sie wirklich zuhause sind auch mit ihnen verbringen. Aber dadurch fallen Diskussionen und Überlegungen über solche Entscheidungen extrem kurz aus. Man löst solche Probleme irgendwie, aber ich will noch nicht einmal darüber nachdenken, wie viele Fehler man dabei macht und wie viel Geld man unnötig ausgibt, einfach weil man das Problem nicht ausreichend Recherchieren konnte und nicht angemessen Beratschlagen.

In meinem Luftschloss leben mehrere Erwachsene und mehrere Kinder. Einerseits beschäftigen sich die Kinder besser „alleine“, weil sie eben viele sind und sich dadurch selbst ein breiteres Angebot bieten. Wenn man nicht mehr mit Kind A Arzt spielen will kann man mit Kind B Lego bauen …

Andererseits hat man mehr Entscheider, die Informationen und Erkenntnisse beisteuern können. Wenn sich vier Leute 10 Minuten mit einem Problem befasst haben, ist das mehr, als wenn es nur zwei getan haben. Außerdem kann man bei schwierigen Themen, wie dem Rätsel um die Risse, einem Team Zeit zum Recherchieren und Entscheiden freischaufeln indem sich die anderne um Kinder und Haushalt kümmern.

Wir vergessen oft, wie hilfreich und entlastend es sein kann, einfach mal jemandem das Problem zu schildern. Aber darauf basieren geradezu alle Sozialen Medien. Weil wir inzwischen in sehr kleinen Verbünden leben, haben wir sehr viele Bereiche, die wir nicht mehr persönlich diskutieren können, daher greifen wir zu digitalen Kontakten. Auch nicht schlecht, aber bei Entscheidungen die sehr Konkret das eigene Leben betreffen oft nicht genug.

In meinem Luftschloss wäre das alles nur ein halbes Problem, weil man es sich organisatorisch, Verantwortungstechnisch und finanziell teilen könnte.

Wenn für die Vorbesichtigungen ständig jemand zuhause sein muss: Kein Problem, man kann sich abwechseln und kein Arbeitgeber dreht am Rad.
Wirtschaftlich steht man eh besser da, weil man viele Kosten teilen kann.
Und die Kinder werden nicht wegen Baustelle abgeschoben, sondern können im Wechsel gute bespaßt werden.

Autor:

Ich bin Jahrgang 81, Vollblutgermanistin, Frau, Mutter, Tochter, Weltverbesserin. Irgendwie schräg und laut und doch total schüchtern und introvertiert.

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